Poly-Ehen-Offene-Beziehungs-Dynamik

Es ist kompliziert. Wie sollte es auch anders sein in einer Beziehung, in der es nicht nur um zwei Personen geht. Wir haben nie aufgehört, uns mit dem ganzen Geschwader an Themen zu beschäftigen, und das wird vermutlich auch nie aufhören. Man lernt immer mehr über sich und die Beziehung dazu. Und mehr Themen erzeugen mehr Komplexität.

Bild von S. Hermann & F. Richter auf Pixabay

Die Beziehung zu Jack und Annie hat sich ebenfalls verkompliziert. Nach den ersten Monaten mit der Rosa Brille wirft natürlich auch in solchen Beziehungen irgendwann der Alltag seine Schatten. Man streitet sich, man verträgt sich. Man stellt fest, wie viel Zeit man eigentlich miteinander verbringt und dass man nicht weiterhin alles andere im Leben vernachlässigen möchte. Oder kann. Eine Zeit, die verdammt aufregend und bereichernd war, von neuen Erfahrungen, Kribbeln und ganz anderen Welten geprägt, näherte sich langsam dem Ende. Wir vier hielten uns einige Türen noch offen, wollten die Freundschaft weiterführen und unsere Gefühle füreinander am Leben erhalten. Uns für den Beginn der neuen Zeit seltener treffen und auf Körperlichkeiten verzichten. Leider kam aber alles anders als erhofft und wir haben uns auf unterschiedliche Weisen aus den Augen verloren.

Das hat natürlich, wie bei jeglichen Arten von trennungsähnlichen Situationen, einige Zeit wehgetan und uns noch beschäftigt. Wir haben miteinander viel über diese Erfahrung gesprochen und möchten sie unter keinen Umständen missen. Wir haben daraus gelernt. Und wir konnten uns gegenseitig halten und alles gemeinsam verarbeiten.

Und dann haben wir uns dazu entscheiden, dass wir diesen Weg weitergehen möchten. Anfang des Jahres sprangen wir einfach so ins kalte Wasser und haben uns mit Haut und Haaren, Gefühlen und Sinnen in diese Konstellation gestürzt. Ohne Netz und doppelten Boden. Wir haben gemeinsam etwas erlebt, was starke Gefühle noch stärker gemacht hat. Es hat unsere Beziehung intensiviert und uns mit allen seinen Facetten bereichert. Jetzt ist es an der Zeit, diese Erfahrungen weiterzutragen.

Da dies vermutlich eine einmalige Erfahrung war, in der wirklich alles gepasst hat zwischen allen beteiligten, wollen wir nun unsere gewonnenen Erkenntnisse weiterführen und uns auch darin ausprobieren, uns getrennt voneinander auf andere Menschen einzulassen. Und das mit einem Schritt nach dem anderen, nicht unüberlegt und überstürzt. Wir sind wieder beim “Kuschelfreifahrtschein” angekommen und die Grenze liegt vorerst beim Küssen. Alles weitere muss nach und nach ausgelotet werden. Wie schnell oder langsam das geht, das lassen wir auf uns zukommen.

Auf jeden Fall sind wir nun aber schon einige Schritte weiter im Gegensatz zu unseren Anfängen im alleinigen Erkunden fremder Ufer. Clyde konnte zum Beispiel durch die Konstellation mit Jack und Annie schon viel von seiner Eifersucht ablegen. Wir möchten dieses Kribbeln wieder spüren und den Aufschwung weiterführen, den unsere Ehe dadurch widerfährt. Und damit fangen wir nun wieder ganz langsam an, der ein oder andere Flirt hat schon begonnen…

Gebt euch euren Schlafzimmerlaunen hin!

Bonnie & Clyde