Es ist nicht alles Gold was glänzt

Nachdem wir uns letzte Woche erst einmal von den turbulenten Vorkommnissen erholen mussten, haben wir nach mittlerweile zwei Wochen einen weniger verklärten Blick auf unseren Besuch im Swingerclub. Es steht für uns ausser Frage, dass dieser Erfahrung wahnsinnig schön und intensiv war. Das wird er auch immer bleiben. Leider hat sich ein recht bitterer Nachgeschmack breit gemacht.

Da wir zum Ende unseres Besuchs mit Clarence und Alabama Handynummern ausgetauscht hatten, haben wir auch über die Entfernung recht gut Kontakt halten können. Einige Tage tauschten wir uns über die magische Nacht aus und realisierten langsam gemeinsam, dass das wirklich passiert ist.

Bis sich schließlich herausstellte, dass Clarence und Alabama Streit hatten, aufgrund des Besuchs im Club. Clarence warf ihr vor, dass Alabama sich nicht an die Absprachen gehalten hatte und nur auf ihr persönliches Vergnügen geachtet habe, er wäre nicht auf seine Kosten gekommen. Für uns beide war das ein ziemlicher Schock. Eine ganze Zeit lang war es für uns alle das perfekte Erlebnis. Dass nun auf einmal Clarence im Nachhinein eine andere Ansicht hat, kam für uns sehr überraschend. Wir tauschten uns weiter aus und erfuhren, dass die Absprache, um die es ging, das Küssen war. Alabama erzählte, dass ausschließlich Küsse mit dem jeweils anderen Geschlecht für sie und Clarence ein No Go war. Gleichgeschlechtliche Küsse waren davon ausgenommen.

Gleichzeitig stellte sich für uns die Frage, wieso Clarence nicht sofort etwas gesagt hat, die Situation direkt beendet oder wenigstens im Nachhinein beim Duschen angemerkt hat, dass ihm etwas nicht gepasst hat. Stattdessen gab es ja noch eine zweite Runde in der es genau so lief wie in der ersten. Keiner von uns hätte etwas derartiges geahnt. Nicht einmal Alabama.

Hinzu kam, dass Clyde langsam der Verdacht beschlich, dass Clarence mit Bonnie gern intimer geworden wäre als es abgesprochen war. Auch Bonnie war aufgefallen, dass Clarence während des Spielens zwischendurch recht stürmisch - auch mit dem Mund - mit ihren Brüsten beschäftigt war, was ihr nicht so gut gefiel, allerdings war es noch nicht so schlimm als dass sie die Situation deshalb hätte abbrechen wollen. Wäre es so weiter gegangen, hätte Bonnie aber definitiv gestoppt. Für uns war die Abmachung klar, Streicheln der Person vom anderen Geschlecht war in Ordnung, alles was in Richtung Küssen und festeres Anfassen ging, war für uns ein No Go. Nicht aus dem Grund, dass der andere dann eventuell eifersüchtig werden könnte, sondern vor allem, weil das einfach nicht gewünscht ist. Bonnie zum Beispiel möchte schlicht und ergreifend nicht von einem anderen Mann so angefasst, geschweige denn geküsst oder penetriert zu werden, weil sie es einfach nicht mag. Dass Clarence da vielleicht noch mehr wollte, erschreckte Bonnie regelrecht. Und sie verstand auch nicht, dass Clarence das vielleicht fehlinterpretiert hatte, oder ihm das eventuell schlichtweg egal war. Zum Glück war nichts weiter passiert.

Vor allem aus dem Grund hatten wir beide ein Pärchenclub ausgesucht. Wir wollten das sinnliche Erlebnis, eine schöne erotische Erfahrung, nicht den schlichten Geschlechtsverkehr um eine Kerbe im Holz zu haben. Nun stellte sich wohl langsam heraus, dass Clarence nicht die gleiche Intention hatte wie wir anderen drei. Das fanden wir recht schade, da nun weitere schöne Erlebnisse mit Clarence und Alabama für uns definitiv nicht mehr infrage kommen.

Es war nicht der erste Streit, den Clarence und Alabama hatten, und früher oder später wäre dieser oder ein ähnlicher Streit wohl auch ohne unser zutun zustande gekommen. Leider lief es wohl zwischen den beiden schon eine ganze Zeit lang nicht mehr so rosig, und nun war das Fass übergelaufen. Die beiden zeigen uns noch einmal deutlich, wie wichtig es ist, vorher offen und ehrlich darüber zu reden, ob ein Clubbesuch das Richtige ist und was beide davon erwarten. Ehrlichkeit ist das allerwichtigste, ansonsten gibt es, wie man hier leider sieht, große Enttäuschungen.

Vor ein paar Tagen erfuhren wir dann, dass sich die beiden nun entgültig getrennt hatten. Das Gute ist allerdings, dass wir mit Alabama nun weiterhin Kontakt halten und sich langsam aber sicher eine Freundschaft entwickelt.

Wir beide haben aufgrund dieses Erlebnisses nun für uns entschieden, dass uns kein zweiter Mann mehr ins Bett kommt. Wir möchten unsere Erfahrungen nun nur noch mit einer zweiten Frau ausbauen. Wir werden nun sehen was die Zeit bringt. Bis dahin

Gebt euch euren Schlafzimmerlaunen hin!

Bonnie & Clyde